Gezeitenspinnen (Desidae)
摘要
Die artenarme Familie der Desidae umfasst derzeit knapp 330 meist mittelgroße Arten und ist aus drei Gründen ungewöhnlich. Erstens ist der Lebensraum vieler Desiden zu nennen, der im Gezeitenbereich der Weltmeere liegt. Spinnen kommen ja, so wird in jedem Spinnenbuch betont, mit Ausnahme von einer Art, nur an Land vor. Bei dieser Einschätzung wurden die Desiden, die sehr zutreffend „Gezeitenspinnen“ genannt werden, wohl übersehen. Denn sie leben im Watt, einem Lebensraum, der nur bei Ebbe freigelegt wird. Dort findet man sie als frei jagende Spinnen, die mit ihren Scopulae (Hafthaare zum guten Klettern an glatten Oberflächen) bestens an diesen Lebensraum angepasst sind und beispielsweise kleine Krebstiere erbeuten. Steigt der Meeresspiegel bei Flut wieder, ziehen sie sich in Hohlräume im Boden, in Felsen oder in Strukturen tierischen Ursprungs wie leeren Seepockengehäusen und Muschelschalen zurück. Dort schützt sie ein Seidengespinst vor dem Wasser und versorgt die Spinne mit Luft.