Ausgehend von der Frage, warum Menschen trotz widriger Umstände relativ gesund bleiben können, entwickelt der Soziologe Aaron Antonovsky das Modell der Salutogenese in den 1970er-Jahren. Im Modell sind Gesundheit und Krankheit nicht als dichotome Merkmale, sondern als ein Gesundheits-Krankheits-Kontinuum konzipiert. Die Position auf diesem Kontinuum wird durch die (Nicht-)Bewältigung von Stressoren mittelbar beeinflusst. Der Kohärenzsinn, die Hauptdeterminante des Modells, nimmt Einfluss auf die Position und auf die Richtung, in der man sich auf dem Kontinuum bewegt. Zahlreiche internationale Studien belegen eine positive Korrelation zwischen dem Kohärenzsinn und der (psychischen) Gesundheit. In der qualitativen Gesundheitsforschung findet das Modell z. B. als sensibilisierendes Konzept in der Datenauswertung Anwendung. Eine qualitative forschende Gesundheitswissenschaft kann aufgrund ihrer Methodenvielfalt zur konzeptionellen Weiterentwicklung des Modells der Salutogenese beisteuern.

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Das Salutogenese-Konzept als Paradigma in der qualitativen Gesundheitsforschung

  • Ute Karbach

摘要

Ausgehend von der Frage, warum Menschen trotz widriger Umstände relativ gesund bleiben können, entwickelt der Soziologe Aaron Antonovsky das Modell der Salutogenese in den 1970er-Jahren. Im Modell sind Gesundheit und Krankheit nicht als dichotome Merkmale, sondern als ein Gesundheits-Krankheits-Kontinuum konzipiert. Die Position auf diesem Kontinuum wird durch die (Nicht-)Bewältigung von Stressoren mittelbar beeinflusst. Der Kohärenzsinn, die Hauptdeterminante des Modells, nimmt Einfluss auf die Position und auf die Richtung, in der man sich auf dem Kontinuum bewegt. Zahlreiche internationale Studien belegen eine positive Korrelation zwischen dem Kohärenzsinn und der (psychischen) Gesundheit. In der qualitativen Gesundheitsforschung findet das Modell z. B. als sensibilisierendes Konzept in der Datenauswertung Anwendung. Eine qualitative forschende Gesundheitswissenschaft kann aufgrund ihrer Methodenvielfalt zur konzeptionellen Weiterentwicklung des Modells der Salutogenese beisteuern.