Der symbolische Interaktionismus in der qualitativen Gesundheitsforschung
摘要
Innerhalb des interpretativen Paradigmas, zu dem u. a. Ethnomethodologie, phänomenologische Ansätze oder biografisch-narrative Herangehensweisen zählen, stellt der symbolische Interaktionismus (SI) mit seinen vielfältigen Weiterentwicklungen wie der Grounded Theory (GT) die dominante Forschungsperspektive in der qualitativen Gesundheitsforschung dar. So fragt der SI etwa danach, in welcher Weise Patient:innen mit dem Klinikpersonal in fortlaufenden Interaktionsprozessen ihre Sichtweisen und Handlungslinien aufeinander abstimmen, oder rekonstruiert Interaktionen und Strategien beim Umgang mit chronischer Krankheit auf Basis der subjektiven Situationsdeutungen aller daran Beteiligten. Ausgehend von den Grundannahmen des SI werden zentrale Konzepte und Forschungsstrategien des SI in ihrem Erkenntnisgewinn und ihrer Praxisrelevanz für die Gesundheitsforschung anhand einiger exemplarischer Studien vorgestellt. Schließlich werden Grenzen und offene Fragen thematisiert.