Empirie: Rezeption und Peripherie
摘要
In den einleitenden Anmerkungen der Arbeit wurde das Vorgehen mit dem Übereinanderlegen zweier Folien verglichen. Die erste Folie ist gegenstandsbezogen: Was finden wir an der Bilderbuchperipherie vor? Während diese erste Argumentationslinie in der theoretischen Auseinandersetzung sachstrukturelle Aspekte der Bilderbuchperipherie hervorbrachte, geht es nun darum, diese Erkenntnisse mit den erhobenen Blickdaten zu verknüpfen. Im Theorieteil konnte gezeigt werden, wie essenziell die Anordnung und Gestalt von Bild- und Schriftelementen für das Funktionieren des Buchmediums in seiner heutigen Form ist. Im Bilderbuch wird dies durch die gehobene Rolle des Bildes in besonderer Weise sichtbar. Louise M. Rosenblatts Zitat spricht diesen Aspekt mit dem Begriff der Konfiguration an. Die Konfiguration des Buchraums ist dabei nicht linear, sondern ermöglicht über das Prinzip diagrammatischer Ikonizität vielfältige Rezeptionspfade. Rosenblatt spricht mit dem Begriff der Transaktion aber auch das Wechselspiel zwischen Text und Leser/in an. Auf sachstruktureller Seite wurden Wirkungspotenziale herausgearbeitet, die als Hypothesen in die Auswertung der Blickdaten eingehen. Übergeordnet lässt sich das Erkenntnisinteresse vor dem Hintergrund des Theorieteils nun präzisieren. Es wird nicht mehr schlicht gefragt, wie die Bilderbuchrezeption beginnt, sondern inwiefern sich Zusammenhänge zwischen formaler Markierung und selektiver Verteilung der visuellen Aufmerksamkeit feststellen lassen. Dieses Vorhaben erfordert jedoch eine zweite Argumentationslinie, die methodologische Grundlagen und methodische Transparenz liefert.