„Unsichtbar steht ein großes Hakenkreuz vor dem Richtertisch“. Gabriele Tergits Gerichtsreportagen
摘要
Gabriele Tergit zählt ab Mitte der 1920er Jahre zu den produktivsten und erfolgreichsten Gerichtsreporter*innen ihrer Zeit. Tergits Reportagen stehen am Beginn ihrer Karriere als kunstfertiger Erzählerin und legen zugleich den Blick frei auf zentrale soziale, gesellschaftliche und politische Konfliktlinien der Weimarer Republik. Der Beitrag widmet sich nach einem Blick auf die grundsätzliche diskursive Bedeutung der Gerichtsreportage als Bestandteil sozialer Aushandlungsprozesse Tergits inhaltlichen Schwerpunktsetzungen und narrativen Verfahren, die wesentlichen Anteil am Erfolg ihrer Gerichtsberichte hatten. Am Beispiel der von Tergit thematisierten Gerichtsverfahren wird zudem die zunehmende Radikalisierung der politischen Situation erkennbar, zu der sich Tergit dezidiert politisch positioniert.