Die Neue Frau und ihre Freundin – Generation, Typologie und Klasse in Gabriele Tergits „Die Einspännerin“
摘要
Gabriele Tergits kurze Porträtskizze „Die Einspännerin“ (1927) wird in einem close reading in seinen narrativen Verfahren vorgestellt. Im Unterschied zum typologischen Diskurs über die Neue Frau in der Weimarer Republik und dessen Nähe zu charakterologischen Denkweisen zeichnet Tergit in einem Gespräch zwischen Freundinnen die Neue Frau als eine Figur im historischen Wandel, die von Girl und Garçonne auch im Hinblick auf ihre soziale Klasse zu unterscheiden ist. Als verbindendes Element der Situation aller als weiblich identifizierten Figuren erweist sich schließlich das intrikate Verhältnis von Sexualität und öffentlicher Moral, das in der Titelformulierung semantisch angespielt wird. In der Inszenierung von Freundschaft wird ein Modellfall der Verbindung von Ähnlichkeit und Differenz durchgespielt, der sich den „Verhaltenslehren der Kälte“ (Lethen) als eine Praxis der Nähe gegenüberstellen lässt.