Soziale (Un-)Gleichheit und diversitätsbezogene Diskurse bei Gabriele Tergit
摘要
Der Beitrag spürt nach, auf welche Weise sich Gabriele Tergit in ihren Texten der 1920er und 1930er Jahre mit gesellschaftlichen und sozialen Fragen dieser Zeit auseinandergesetzt hat. Es wird aufgezeigt, dass die Autorin sowohl in zahlreichen (Gerichts-)Reportagen und Feuilletonbeiträgen als auch in ihrem Roman Käsebier erobert den Kurfürstendamm aus dem Jahr 1931/1932 diversitätsbezogene Aspekte, etwa in Formen sozialer Ungleichheit, thematisiert hat. So werden ihre Arbeiten, die häufig (sich wandelnde) Geschlechtertypologien, Szenarien aufeinanderprallender Generationenkonflikte sowie Konsequenzen gesellschaftlich-sozialen Gefälles aufzeigen, als Spiegelung fragiler Umbruchzeiten und ihrer gesellschaftlichen Prozesse lesbar. Mit Blick auf Inszenierungen des Körpers und Fragen der Selbstoptimierung wird im Beitrag schließlich eine Verbindungslinie von damals bis heute gezogen, anhand derer die Aktualität von Tergits Texten deutlich wird.