Über die Dekonstruktion zeitgenössischer Serialitätskonzepte in der Anthologieserie Ferdinand von Schirach: Strafe
摘要
Galten progressive Fortsetzungsserien lange Zeit als Maßstab zeitgenössischer Serienkultur, bietet das narrative Format der Anthologieserie in den letzten Jahren eine zunehmend populäre Alternative serieller Erzählweisen. Dies ist insofern erstaunlich, als das Anthologische der Praxis moderner Serialität in vielen Punkten widerspricht, sich gar als dessen Gegenentwurf verstehen lässt. Insbesondere die Herstellung intraserialer Kohärenz erweist sich in diesem Kontext als Herausforderung. Am Beispiel der Serienadaption von Ferdinand von Schirachs Kurzgeschichtenband Strafe widmet sich dieser Beitrag der Frage, inwieweit es Anthologieserien gelingen kann, ihren seriellen Status intra- wie paratextuell zu rechtfertigen, sei es durch thematische, narrative oder auktoriale Elemente. Als strenge Variante anthologischen Erzählens präsentiert Strafe sechs eigenständige Episoden, die von sechs unterschiedlichen Regisseur:innen verantwortet wurden. Nebst allgemeinen Überlegungen zum Konzept des Anthologischen wie zu Serialität befasst sich der Beitrag mit der Analyse des Serientextes von Strafe sowie den dramaturgischen Konsequenzen anthologischer Narrationen.