Die Verführung der Sexpuppe. Zeigen und Sehen in Schuld – nach Ferdinand von Schirach
摘要
Die drei Staffeln von Schuld – nach Ferdinand von Schirach (2015–2019) wurden vom Feuilleton mal als „außergewöhnliches Serien-Ereignis“, mal als ungeeignet zur „Verfilmung“ bewertet. Und tatsächlich muss die TV-Adaption mit den medienspezifischen Möglichkeiten und Limitierungen des filmischen Zeigens und Sehens im Vergleich zum literarischen Erzählen andere Strategien finden – auch wenn eine solche Anlehnung an die Tradition genuin filmischer Inszenierungsweisen die ‚ursprüngliche‘ Geschichte potenziell verändern kann. Anhand der Episode „Lydia“ (S3.E3) soll dabei diskutiert werden, wie medienkomparatistisch unterschiedlich etwa die ‚Eigenständigkeit‘ der Sexpuppe in Liebesbeziehung und Geschlechterverhältnis zum menschlichen Protagonisten dargestellt wird und welche Folgen sich dabei für Rezeption und Deutung ergeben.