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Hat Verbrechen ein Geschlecht? Gender und Delinquenz in Schirachs Erzählungen

  • Kajsa Wymann

摘要

Ferdinand von Schirachs Stories handeln von Verbrechen, die in der medialen Öffentlichkeit oftmals als ‚wahr‘ rezipiert wurden. Er thematisiert eine Reihe von Delikten, wobei nur ein Bruchteil der Straftaten auf Täterinnen zurückzuführen ist. Dieser Aufsatz analysiert, wie Geschlecht in Schirachs Erzählungen mit Tat und Tatbegehung korreliert. Dafür werden aktuelle Kriminalitätsstatistiken ausgewertet, die drei Erzählbände werden quantitativ und qualitativ aufgeschlüsselt. Zahlreichen Protagonisten Schirachs kommen traditionell männliche Eigenschaften zu, sie werden als brutal und rücksichtslos dargestellt. Einige persönliche Geschichten einzelner Täter weichen dieses homogene Bild auf. Die Zahl der Täterinnen wiederum ist überschaubar. An sie werden Anforderungen der Attraktivität und der Fürsorge gestellt – Lebensaufgaben, die die Protagonistinnen nicht nur erschöpfen, sondern an denen sie schier zugrunde gehen. Schirach bildet reale Zustände respektive tatsächliche Unterschiede in der Delinquenzbereitschaft der Geschlechter ab. Seine Kurzgeschichten laden aber dazu ein, diese zu hinterfragen.