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Yakumo – Lafcadio Hearn und der religiöse Nationalismus im Japan der ausgehenden Meiji-Zeit

  • Klaus Antoni

摘要

Mit seinen exotisierenden Erzählungen prägte Lafcadio Hearn (1850–1904) das westliche Japanbild um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. In jenem imperialistischen Zeitalter hatte sich im Westen ein ‚orientalistischer‘ Blick etabliert, der in Japan die Projektionsfläche für eigene romantische Fantasien fand. Hearn bediente die Erwartungen mit seinen an ein wunderbares Feenreich gemahnenden Sujets. Im Mittelpunkt seines Interesses stand die alte Religion des Shintō, die in jenen Jahren eine durch die japanische Regierung intendierte Renaissance und Erhebung zum Staatskult erfuhr. Mochten seine Traumbilder eines idealisierten vormodernen Japans im Ausland auch große Erfolge verzeichnen, konnte sich Hearn den Realitäten des sich rasant modernisierenden Landes jedoch nicht auf Dauer entziehen. Zunehmend entwickelte er die Grundüberzeugung von einer Unzugänglichkeit der japanischen Kultur für Fremde. Im Sozialdarwinismus jener Jahre fand Hearn schließlich den Schlüssel für seine Fragen.