Epistemische Autorität im Kontext gegenwärtiger sozialepistemologischer Debatten
摘要
Trotz der großen Bedeutung sozialer Erkenntnisquellen sowohl für unsere öffentliche als auch unsere private epistemische Praxis (wahrscheinlich sind ein großer Teil der Erkenntnisse, die wir über die Welt besitzen, Erkenntnisse „aus zweiter Hand“) hat die Erkenntnistheorie – mit Ausnahme einiger klassischer Autoren wie Locke, Hume oder Reid – dieses Thema lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich die soziale Erkenntnistheorie als eigenständige Subdisziplin entwickelt und versucht, dieses Ungleichgewicht zu korrigieren. Die Debatte über epistemische Autorität lässt sich als ein spezieller Strang innerhalb der sozialen Erkenntnistheorie betrachten, der insbesondere zu Goldmans erster Strömung gezählt werden kann. Maßgebliche Impulse hat diese Debatte durch das Buch Epistemic Authority: A Theory of Trust, Authority, and Autonomy in Belief von Linda Zagzebski (2012) erhalten, an das sich eine intensive Diskussion angeschlossen hat.