Intensivtherapie bei infektiöser Endokarditis
摘要
Mit einer Inzidenz von 1,5–11,6 pro 100.000 Patientenjahren stellt die infektiöse Endokarditis (IE) eine eher seltene Erkrankung dar (Bin Abdulhak et al. 2014). Dennoch ist sie nach der Sepsis und Pneumonie eine der häufigsten lebensbedrohlichen Infektionen. Dies liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass zunehmend ältere Patienten betroffen sind und deutlich mehr IE nicht mehr durch Penicillin-sensible Streptokokken, sondern von den deutlich virulenteren Staphylokokken verursacht werden (Hoen et al. 2002; Allegranzi et al. 2011; Habib et al. 2019). Während das mediane Alter der Endokarditispatienten vor 100 Jahren noch unter 30 Jahren lag, sind die Patienten heute überwiegend über 50 Jahre alt. Zwei Drittel der Patienten sind männlich (Fowler et al. 2005). Darüber hinaus wächst die Zahl der IE bei Patienten mit künstlichen Herzklappen und Herzschrittmachern/ICDs stetig (Hoen et al. 2002; Cahill und Prendergast 2016). Die am häufigsten betroffenen Klappen sind die Mitralklappe (41 %) und die Aortenklappe (38 %) (Murdoch et al. 2009). Mittlerweile ist in knapp der Hälfte der Fälle zusätzlich zur antiinfektiven Therapie eine operative Sanierung notwendig. Die Krankenhausmortalität unter allen IE liegt mit knapp 18 % weiterhin hoch (Murdoch et al. 2009; Habib et al. 2019).