Translationsräume: Atlantisch
摘要
Dieser Beitrag behandelt nach der Beschreibung der begrifflichen und methodischen Grundlagen (I) die Darstellung der historischen Entwicklung des transatlantischen Kultur- und Wissenstransfers (II), in dem Übersetzungen einen wichtigen Stellenwert einnahmen. Soziokulturelle Prozesse wie die Entstehung einer spanisch-kreolischen Bildungsschicht, das Verbot des Jesuitenordens, das Exil südamerikanischer Jesuiten und die Wortergreifung freigelassener Sklaven führten zu neuen Formen des Erfahrungs- und Wissenstransfers, die vor allem Übersetzungen aus dem Spanischen, Italienischen und Englischen in andere Sprachen betrafen. In Teil III werden zwei Fallstudien exemplarisch behandelt: zum einen die Autobiographien freigelassener Sklaven wie die von Olaudah Equiano, die in mehrere Sprachen übersetzt wurde; und zum anderen die transatlantische Übersetzung und Rezeption der „Histoire des deux Indes“ (1780) von Raynal, die erste umfassende Darstellung der kolonialen Expansion Europas nach Übersee.