Frühneuzeitliche Konzepte und Reflexionen des Übersetzens: Wertungen
摘要
Werturteile über eine Übersetzung haben oft eine apologetische Komponente, rekurrieren aber zumeist auch auf mehr oder weniger explizite Bewertungsprinzipien. An solchen Prozessen der Bewertung einer Übersetzung sind verschiedene Akteure und Textformen (Traktate, Übersetzervorworte, Besprechungen, private Briefwechsel usw.) beteiligt. Des Weiteren sind Unterschiede zu verzeichnen, die mit den jeweiligen Disziplinen der übersetzten Werke zusammenhängen. Dazu zählt beispielsweise die Differenzierung zwischen literarischen und wissenschaftlichen Übersetzungen und die zum Teil divergierende Wertschätzung des Treue-Prinzips. Zum Schluss wird anhand der französischen Übersetzungen von Luís de Camõesʼ „Lusiaden“ im 18. Jh. die Vielfalt der Urteile über eine Übersetzung (insbesondere die Treue und die poetische Eleganz) exemplarisch dargestellt.