Für den Zeitraum von 1450 bis 1800 lassen sich in Europa intensive sprachliche Austauschprozesse beobachten, in denen Übersetzungen sowie alternative Praktiken des Umgangs mit fremdsprachlichen Texten eine wichtige Rolle spielen. Die Kontakte betreffen geographisch benachbarte Sprachen und Varietäten, indigene Sprachen aus entfernteren geographischen Gebieten sowie Sprachen wie das Lateinische und Griechische, die über schriftliche Quellen mit Autoritätscharakter vermittelt vorliegen. Der Umgang mit den jeweiligen Kontaktsprachen und Texterzeugnissen ist stark durch die sprachhistorischen Hintergründe sowie durch damit in Verbindung stehende sprachtheoretische Positionierungen sowie übergreifende Wertesysteme und Ideale geprägt. Zwischen verschiedenen Verwendungsbereichen und den darin praktizierten Diskurstraditionen sind übergreifende Gemeinsamkeiten wie auch wesentliche Unterschiede festzustellen.

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Frühneuzeitliche Konzepte und Reflexionen des Übersetzens: Sprachtheorie und diskurstraditionelle Normen

  • Esme Winter-Froemel

摘要

Für den Zeitraum von 1450 bis 1800 lassen sich in Europa intensive sprachliche Austauschprozesse beobachten, in denen Übersetzungen sowie alternative Praktiken des Umgangs mit fremdsprachlichen Texten eine wichtige Rolle spielen. Die Kontakte betreffen geographisch benachbarte Sprachen und Varietäten, indigene Sprachen aus entfernteren geographischen Gebieten sowie Sprachen wie das Lateinische und Griechische, die über schriftliche Quellen mit Autoritätscharakter vermittelt vorliegen. Der Umgang mit den jeweiligen Kontaktsprachen und Texterzeugnissen ist stark durch die sprachhistorischen Hintergründe sowie durch damit in Verbindung stehende sprachtheoretische Positionierungen sowie übergreifende Wertesysteme und Ideale geprägt. Zwischen verschiedenen Verwendungsbereichen und den darin praktizierten Diskurstraditionen sind übergreifende Gemeinsamkeiten wie auch wesentliche Unterschiede festzustellen.