Klopstocks lyrisches Spätwerk. Perspektivwechsel und Blickerweiterungen
摘要
Seit 1747 hatte Klopstock christlich und empfindsam imaginiert, wie sein irdisches Leben und das seiner Nächsten einmal enden könnte; etwa ab 1789 schaute er hingegen zurück: auf real Verstorbene, auf sein Leben oder das von noch lebenden Freunden und auf die Endlichkeit des irdischen Daseins überhaupt. Dabei wird die empfindsame Melancholie früherer lyrischer Gedichte, die neben der christlichen Heilserwartung zu verzeichnen war, von einer neuen Gelassenheit gekontert, die durch eine Art Carpe diem des Alters oder eine nähere Erwartung der ‚Wiedervereinigung‘ im Jenseits begründet scheint. Die Fixierung seiner früheren Lyrik auf Tod und Jenseits erhält in Klopstocks Alterswerk ein ‚blickerweiterndes‘ oder auch gegenperspektivisches Pendant.