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Klopstocks Poetiken der Freundschaft zwischen auktorialer Werkpolitik, Distinktionsbildung und codierter Intimität. Annäherungen an die Oden Auf meine Freunde (1747) und Der Zürchersee (1750)

  • Torsten Voß

摘要

Die frühen Oden sind anzusiedeln in einer Trias aus Werkpolitik (Steffen MartusMartus, Steffen), auktorialer Selbstinszenierung im literarischen Feld (Pierre BourdieuBourdieu, Pierre) und einer rhetorischen Codierung von Intimität (Niklas LuhmannLuhmann, Niklas). Die Freundschaftskonzepte sind gebunden an kommunikative Codes und damit an tropologische Parameter, die einer Melange aus Metaphorik und Mythologie entnommen sind. Während Der Zürchersee von 1750 eher allgemein gehalten ist und die Prozessualitäten von Freundschaft verklärt, verfolgt Klopstock drei Jahre zuvor im Odenkranz Auf meine Freunde Praktiken der Konkretisierung qua Namensnennung. Das Sozialkonzept wird zur Unterlage für Mythogenese und der demonstrativen Vorführung und Nutzung eigener Kenntnisse und Bildungsgüter. Die Hinweise auf reell existierende Personen in Klopstocks Umfeld während des gesamten Gedichtverlaufs gehorchen damit auch einer tropologischen und nicht nur einer sozialen Instrumentalisierung. Sie dienen – nomen est omen – der Ausschmückung ästhetisch kultivierter Freundschaft, die in der späteren Ode ihre eigentliche poetologische Fokussierung erfährt. Soziale Interaktion ist von Anfang an genauso ästhetisch prädominiert, wie der kultivierte soziale Enthusiasmus als Fundament der dichterischen Selbstbehauptung dient.