Periprothetische Infektionen nach Schultergelenksersatz stellen eine schwerwiegende Komplikation und Herausforderung im operativen und perioperativen Management dar. Je nach zeitlichem Auftreten, klinischer Manifestation, Infektionsursache und Erregerspektrum werden Frühinfekte, verzögerte Infekte und Spätinfekte bzw. High-grade- und Low-grade-Infekte unterschieden. Hochvirulente Erreger, wie z. B. Staphylococcus aureus, Streptokokken, Enterokokken und gramnegative Stäbchenbakterien sind von den niedrigvirulenten Bakterien der Hautflora, wie z. B. Staphylococcus epidermidis und Cutibacterium acnes, abzugrenzen. Bei klinischem oder radiologischem Verdacht auf eine periprothetische Infektion haben labortechnische Untersuchungen einen großen Stellenwert in der Diagnostik. Die Gewinnung von Gewebeproben zur mikrobiologischen und histologischen Untersuchung, die Bestimmung der Leukozytenzahl im Gelenkpunktat sowie die Erfassung systemischer Entzündungsparameter sind entscheidende diagnostische Maßnahmen zur Detektion einer periprothetischen Infektion. Ein endoprothesenerhaltender Versuch mit radikalem Debridement und Wechsel der mobilen Teile ist bei Frühinfekten und akuten Spätinfekten mit guten Weichteilverhältnissen möglich. Andernfalls ist ein Erhalt der Schulterendoprothese meist nicht möglich und es muss ein zweizeitiger Endoprothesenwechsel mit temporärer Spacerimplantation und begleitender antibiotischer Therapie durchgeführt werden. Eine Option bei Low-grade-Infektionen mit einem niedrigvirulenten Erreger mit antimikrobieller Empfindlichkeit auf biofilmaktive Antibiotika und guten Weichteilverhältnissen, ist ein einzeitiger Wechsel der Schulterendoprothese, welcher bei genannten Voraussetzungen ebenfalls gute Ergebnisse erzielen kann. Bei Versagen aller therapeutischen Möglichkeiten kann eine Resektionsarthroplastik als letzte Rückzugsmöglichkeit dienen.

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Periprothetische Infektionen von Schulterendoprothesen

  • Philipp Moroder,
  • Andrej Trampuz,
  • Bernd Fink,
  • Markus Scheibel

摘要

Periprothetische Infektionen nach Schultergelenksersatz stellen eine schwerwiegende Komplikation und Herausforderung im operativen und perioperativen Management dar. Je nach zeitlichem Auftreten, klinischer Manifestation, Infektionsursache und Erregerspektrum werden Frühinfekte, verzögerte Infekte und Spätinfekte bzw. High-grade- und Low-grade-Infekte unterschieden. Hochvirulente Erreger, wie z. B. Staphylococcus aureus, Streptokokken, Enterokokken und gramnegative Stäbchenbakterien sind von den niedrigvirulenten Bakterien der Hautflora, wie z. B. Staphylococcus epidermidis und Cutibacterium acnes, abzugrenzen. Bei klinischem oder radiologischem Verdacht auf eine periprothetische Infektion haben labortechnische Untersuchungen einen großen Stellenwert in der Diagnostik. Die Gewinnung von Gewebeproben zur mikrobiologischen und histologischen Untersuchung, die Bestimmung der Leukozytenzahl im Gelenkpunktat sowie die Erfassung systemischer Entzündungsparameter sind entscheidende diagnostische Maßnahmen zur Detektion einer periprothetischen Infektion. Ein endoprothesenerhaltender Versuch mit radikalem Debridement und Wechsel der mobilen Teile ist bei Frühinfekten und akuten Spätinfekten mit guten Weichteilverhältnissen möglich. Andernfalls ist ein Erhalt der Schulterendoprothese meist nicht möglich und es muss ein zweizeitiger Endoprothesenwechsel mit temporärer Spacerimplantation und begleitender antibiotischer Therapie durchgeführt werden. Eine Option bei Low-grade-Infektionen mit einem niedrigvirulenten Erreger mit antimikrobieller Empfindlichkeit auf biofilmaktive Antibiotika und guten Weichteilverhältnissen, ist ein einzeitiger Wechsel der Schulterendoprothese, welcher bei genannten Voraussetzungen ebenfalls gute Ergebnisse erzielen kann. Bei Versagen aller therapeutischen Möglichkeiten kann eine Resektionsarthroplastik als letzte Rückzugsmöglichkeit dienen.