Grundlagen des Hüftgelenkersatzes: Biologische Reaktionen auf Abrieb
摘要
Die in der primären Hüftendoprothetik und in der Revisionshüftendoprothetik verwendeten bioverträglichen Metalle, Metalllegierungen, Keramiken und Polymere können im postoperativen Verlauf aufgrund von Verschleiß und/oder Korrosion degradieren. Eine Exposition gegenüber partikulären und gelösten Degradationsprodukten kann unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Die Toxizität und Immunogenität von partikulären Degradationsprodukten werden von den physikochemischen Eigenschaften der Partikel bestimmt. Die Ausprägung der biologischen Konsequenzen einer Materialdegradation ist zudem von der Expositionshöhe und der Expositionsdauer abhängig. Klinisch relevante biologische Reaktionen auf Abrieb sind aseptische Entzündungen der neogenetischen, periprothetischen Gewebe, welche sich in einer synovialen Gewebeexpansion bzw. einer Pseudotumorformation manifestieren können. Weitere unerwünschte Wirkungen, die häufig mit der Notwendigkeit einer Revisionsoperation einhergehen, sind periprothetische Osteolysen und assoziierte periprothetische Frakturen, Arthrofibrosen sowie Hypersensitivitätsreaktionen. Systemische unerwünschte Effekte werden insbesondere mit einer systemischen Exposition gegenüber Cobalt assoziiert. Dieses Kapitel fasst den aktuellen Kenntnisstand bezüglich Pathomechanismen und Diagnostik biologischer Reaktionen auf Abrieb im Fokus der Hüftendoprothetik zusammen.