„Systemdiagnostik“ von Abhängigkeitsbeziehungen und gegenseitigen Beeinflussungsversuchen
摘要
Anders als bei der hier zur Unterscheidung apostrophierten „Individualdiagnostik“, soll eine „Systemdiagnostik“ weniger den Blick auf eine zur Untersuchung anstehende Person richten, sondern sich mehr mit den Regeln und Determinanten des gesamten ablaufenden Prozesses innerhalb eines Systems beschäftigen. Persönlichkeitstests oder vergleichbare Instrumente stehen für diese Systemanalysen nicht zur Verfügung. Dreh- und Angelpunkt einer Systemdiagnostik von sozialen Interaktionen sowie Spielen sind daher die a priori vermuteten Interessen oder Präferenzen und deren Konsequenzen sowie die von den Akteuren erwarteten Dispositionen und Reaktionen auf beabsichtigte oder vorgenommene Spielzüge der anderen Seite. Ungeachtet aller zu erstellenden Kalkulationen über Vorteile und Nachteile liegen lediglich qualitativ geordnete Präferenzstrukturen für die hier aus dem normalen Leben ausgewählten und entnommenen Problemstellungen vor, auf die sich die Diagnostik stützen muss. Die zur Strategiebewertung notwendigen „Payoffs“ oder Nutzenwerte sind bei Unsicherheit aufgrund fehlender Informationen, z. B. über die Präferenzen der Gegenpartei, hilfsweise mit Wahrscheinlichkeitsannahmen anzureichern oder zu unterfüttern.