Arbeitsanalyse
摘要
Beginnen wir mit dem Thema Arbeit, einer Tätigkeit, die wir alle verrichten und die sich dennoch gar nicht so einfach konzeptuell fassen lässt. Für manche bedeutet Arbeit, Geld zu verdienen, für andere steht die Mühsal im Vordergrund. Und dann gibt es Menschen, für die Arbeit sinnstiftend und bedeutungsgebend ist. Diese Ambivalenz von Arbeit vermutlich hat Kurt Lewin schon vor 100 Jahren dazu bewogen, von den „zwei Gesichtern“ der Arbeit zu sprechen und darauf hinzuweisen, dass Arbeit zwar Mühe und Zwang bedeutet, auf der anderen Seite aber unentbehrlich ist, „weil das Leben ohne Arbeit hohl und halb ist“ (Lewin, 1920, S. 21). In jedem Fall ist Arbeit eine instrumentelle Tätigkeit, wir tun sie, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Würden wir Arbeit zum Selbstzweck verrichten, würden wir dafür vermutlich einen anderen Begriff wählen. Eng gefasst könnte man Arbeit als „Mittel der physischen Selbsterhaltung“ (Walther, 1990, S. 4) definieren. In einer etwas weiter gefassten Definition kann man Arbeit als „zielgerichtete menschliche Tätigkeit zum Zwecke der Transformation und Aneignung der Umwelt aufgrund selbst- oder fremddefinierter Aufgaben, mit gesellschaftlicher, materieller oder ideeller Bewertung, zur Realisierung oder Weiterentwicklung individueller oder kollektiver Bedürfnisse, Ansprüche und Kompetenzen“ (Semmer & Udris, 1995, S. 134) verstehen. Wir werden uns bei der Betrachtung von Arbeit auf die Erwerbsarbeit beschränken und andere Formen der Arbeit wie Schwarzarbeit, die Pflege von Angehörigen, Freiwilligenarbeit oder unbezahlte Arbeit außer Acht lassen. Im Fokus steht die bezahlte Arbeit inklusive ihrer typischen Randbedingungen, Merkmale und Machtstrukturen. Beginnen wir damit, unseren Untersuchungsgegenstand näher zu betrachten und betrachten dazu einige Zahlen und Fakten.