Das Bewusstsein im Versuchslabor
摘要
Weitere Schritte zur Objektivierung des Geistes wurden mit naturwissenschaftlichen Experimenten gemacht, die gezielt das Zusammenspiel von Gehirn und Geist, den Zusammenhang der Gehirnaktivität mit dem subjektiven Erleben und dem Verhalten von Versuchspersonen untersuchen. Der „Psychophysik“ des 19. Jahrhunderts gelang es, Sinnesqualitäten durch Messungen zu objektivieren. Ihr folgten Experimente nach dem Reiz- Reaktions-Schema mit Elektroden und neueren bildgebenden Verfahren. Da sie herausragende Bedeutung haben, gehe ich ihre Grundlagen nach den Kriterien der experimentellen Methode durch. Berühmt wurden vor allem zwei Experimente – Benjamin Libets Messungen der Zeit, die das Bewusstwerden im Vergleich zur neuronalen Aktivität braucht, und John Dylan Haynes neuere Experimente zum „Gedankenlesen“. Ein anderer Typ von Experimenten setzt Sinnestäuschungen ein und erzielt damit überraschende Wirkungen. Sie reichen von Spiegel-Experimenten, mit denen Vilayanur S. Ramachandran Patienten kuriert, die nach einer Amputation unter Phantomschmerzen leiden, bis zu „Bewusstseinsreisen“, die Thomas Metzinger bei Versuchspersonen bewirkt, wenn er sie optisch über ihren Körper täuscht. Was aus diesen Experimenten über das Verhältnis zwischen mentalen und physischen Phänomenen und über unser Bewusstsein folgt, ist weniger klar. Bei der Deutung der Befunde ist äußerste Sorgfalt geboten. Nimmt man die Kriterien der experimentellen Methode als Maßstab, so zeigt sich: Wird die Leistungsfähigkeit der Experimente überschätzt, kann dies gravierende Fehlschlüsse zur Folge haben, wie beim berühmten Libet-Experiment deutlich wird.