Befunde der Hirnforschung
摘要
Die Hirnforschung erforscht Gehirn und Geist als naturwissenschaftliche Phänomene: physische und mentale Phänomene und wie sie zusammenhängen, oder: wie das Gehirn das Ich-Erleben und andere kognitive Leistungen hervorbringt. Physikalische Phänomene sind objektiv – konstant, gesetzmäßig, intersubjektiv überprüfbar und mathematisierbar. Dagegen sind Bewusstseinsinhalte subjektiv. Inwieweit können sie objektiviert werden? Das ist die zentrale Frage. Das Ich-Erleben wird sich wohl nie in dem Sinn objektivieren lassen, dass die naturwissenschaftliche Außenperspektive die subjektive Innenperspektive ersetzen kann. Die Hirnforschung zielt „nur“ darauf, die physischen Korrelate mentaler Phänomene zu finden und sie zu vermessen, so gut es eben geht. Die Phänomene der Physik sind das Vorbild. Physikalische Messverfahren spielen auch hier eine große Rolle, angefangen mit der Sinnesphysiologie. Die Befunde der Hirnforschung reichen von der Gehirnanatomie über neuropathologische Fallstudien zur Kartierung der Gehirnareale; von den Aktionspotentialen, die mit Elektroden am offenen Gehirn gemessen werden, zu den Mustern, die moderne bildgebende Verfahren sichtbar machen; von den Neuronen, Dendriten, Axonen und Synapsen über den Nachweis biochemischer Botenstoffe bis zur Wirkung von Drogen und Psychopharmaka; vom beobachtbaren tierischen und menschlichen Verhalten bis zu dem, was Versuchspersonen berichten. Untersucht wird, welche kognitiven Leistungen mit der Aktivität bestimmter Gehirnareale korreliert sind, und sucht nach kausalen Erklärungen dafür. Diese Korrelationen sind nur ansatzweise objektivierbar; u.a. sorgt die neuronale Plastizität dafür, dass sie nur begrenzte Gültigkeit haben.