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Streit um Gehirn und Geist

  • Brigitte Falkenburg

摘要

Während die Philosophen seit Jahrhunderten auf dem Kampfplatz der Metaphysik darüber streiten, wie Geist und Natur miteinander zusammenhängen, versuchen die Anatomen, Ärzte und Naturforscher seit ebenso langer Zeit, mit empirischen Methoden zu klären, wie das Bewusstsein im Gehirn verankert ist. Beide Problemfelder, das philosophische wie das naturwissenschaftliche, sind durch die Frage bestimmt, wie sich geistige und materielle Phänomene zueinander verhalten. Nach einer Einführung in die neuere Debatte um den neuronalen Determinismus skizziert das Kapitel die Ursprünge des Streits um Gehirn und Geist in der traditionellen Metaphysik, denn der traditionelle metaphysische Hintergrund ist bis heute einflussreich geblieben. Eine zentrale Rolle spielen dabei metaphysische Begriffe wie Materie, Bewusstsein, Geist, Kausalität, Determinismus und Freiheit, die klärungsbedürftig sind und hier erläutert werden. Die Debatte um den neuronalen Determinismus kreist um drei Gegebenheiten oder plausible Annahmen, die offenbar nicht zugleich Bestand haben können: die subjektiv erlebte Verschiedenheit von Geist und Materie (Verschiedenheitsthese); die Erfahrung, dass Personen aus bewussten Entschlüssen heraus handeln können, so dass der menschliche Geist auf den Körper einwirken kann (Wirksamkeitsthese); und die Annahme, dass alles, was in der Welt geschieht, natürliche Ursachen hat (These der kausalen Geschlossenheit der Natur). Das Kapitel arbeitet diese Annahmen heraus und zeigt auf, welche Auswege es grundsätzlich aus dem Trilemma gibt, in das sie führen.