Zu sich kommen und bei sich bleiben
摘要
Ein klassisches Bild schwerer Einsamkeitserfahrung ist der Hirtenpsalm 23, wo es heißt: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir“. Das Bewusstsein des Grundvertrauens, auch im Alleinsein in unsichtbarer dialogischer Verbindung zu einem tröstlichen Du zu sein, stellt sich nicht im resignierten Stillstand ein, sondern im mutigen Weitergehen. Die einsame Last kann allerdings übermäßig schwer werden: Zu viel ist zu viel. Dennoch bleibt das Weitergehen alternativlos. Im Extremfall reduziert es sich darauf, nur noch die Würde zu wahren. Die Maxime, unter allen Umständen die Würde zu wahren, ist aber auch als Ideal wahrer innerer Unabhängigkeit überhaupt Zielpunkt der Einsamkeitsbewältigung, die zur Selbstfindung wird. Ein Fallbeispiel, das für viele ähnliche Wege durch „finstere Täler“ steht, zeichnet nach, wie das konkret aussehen kann.