Selbstbeobachtungen eines Genres
摘要
Der Beitrag fokussiert mit Heinrich Steinfests Kriminalromanen Texte, deren Abweichungen von Genremustern zwar immer wieder bemerkt werden, ohne dabei allerdings die Funktion und das selbstreflexive Potential systematisch auszuwerten. Die Unterminierung spezifischer Genrekonventionen erschöpft sich nämlich nicht in einer persiflierenden Tendenz. Mit Bezug auf den zweiten Band der Cheng-Reihe und Die feine Nase der Lilli Steinbeck lässt sich vielmehr zeigen, inwiefern Steinfests Texte die Programmierung ‚kriminalliterarische Schreibweisen‘ insgesamt verhandeln und damit als Selbstbeschreibungen ihres Genres fungieren. Beide Romane operieren gleichermaßen mit re-entry-Strukturen und thematisieren dabei sowohl systemeigene (Literatur – Umwelt) als auch systeminterne Grenzen (Hochliteratur – Genreliteratur).