Die Augen der Weltverschwörung
摘要
Thea von Harbou verfasste nicht nur Romane, sie lieferte auch die Drehbücher für zahlreiche Kinoerfolge Fritz Langs. Nach der Zeit der Weimarer Republik geriet die Unterhaltungsschriftstellerin und ihr literarisches Werk aber immer mehr in Vergessenheit, was auch an ihrem Hang zur Blut-und-Boden-Literatur liegen mag. Ihr 1929 erschienener Roman Spione scheint auf den ersten Blick nicht dieser patriotisch-propagandistischen Genreausrichtung zu folgen. Eine intertextuelle Betrachtung zeigt jedoch, dass der Spionagethriller nicht nur Übernahmen aus Jacques’ Dr. Mabuse-Reihe, sondern vor allem aus The Thirty-Nine Steps (1915) aufweist: In Spione gestaltet von Harbou den bereits bei Buchan angelegten Antisemitismus literarisch aus, indem ihr vor allem die Augen dazu dienen, den Bösewicht als ‚den‘ Juden und somit seiner zeithistorisch typischen Erscheinungsform gemäß als Weltverschwörer zu charakterisieren.