Das Herz als Medium der Welt- und der Gottesbeziehung. Impulse Blaise Pascals zur Überwindung eines reduktionistischen Menschenbildes und Wissenschaftsverständnisses
摘要
Der Beitrag fragt vor dem Hintergrund der dramatischen ökologischen Krise der modernen technisch-naturwissenschaftlichen Zivilisation nach Impulsen Blaise Pascals zur Reorientierung des menschlichen Selbstverständnisses und einer entsprechenden Einbettung des menschlichen Vernunftvermögens. Pascal als naturwissenschaftlich forschender Zeitgenosse und zugleich Antipode Descartes‘ hat in kritischer Überwindung des neuzeitlichen Rationalismus und in Anlehnung an das biblische Menschenbild die Stellung des Menschen und seiner Erkenntnismöglichkeiten zwischen den Extremen positioniert. Verankert im Personzentrum des „Herzens“ gilt es, die Fähigkeiten zur verantwortlichen Weltgestaltung des allerdings stets begrenzten Erkenntnisvermögens der Vernunft zu würdigen und daraus eine Grundhaltung der intellektuellen Demut zu entwickeln, welche bei Pascal dezidiert im christlichen Glauben gründet.