Eine Stuhlkontinenz resultiert aus einer Vielzahl von Faktoren: u. a. Schließmuskelkraft und ‐integrität, anorektale Sensorik und Compliance, Stuhlfrequenz und ‐konsistenz. Die Diagnostik stützt sich in erster Linie auf die Anamnese. Die Endosonografie dient der Beurteilung des Ausmaßes einer Sphinkterläsion. Die Behandlung der Stuhlinkontinenz ist primär konservativ und hängt von der subjektiven Belastung des/der Betroffenen ab. Die wichtigste Rolle spielt die Stuhlgangsregulation. Zur Kräftigung des Schließmuskelapparates kann eine gezielte Physiotherapie und/oder eine Elektrotherapie/Biofeedback‐Behandlung eingesetzt werden. Operative Maßnahmen sollten erst nach erfolgloser konservativer Therapie erwogen werden. Eine direkte Naht von Schließmuskeldefekten vor allem ventral kann als primäre Therapie besonders bei jüngeren Patienten in Erwägung gezogen werden. Schließmuskelersatzverfahren konnten sich aufgrund ihrer hohen Komplikationsrate nicht durchsetzen. Die Sakralnervenmodulation als wenig invasives Verfahren stellt heute die Therapie der Wahl bei der schweren Stuhlinkontinenz dar. Aufgrund der hohen Kosten ist jedoch eine strenge Indikationsstellung zu fordern. Auch ein endständiges Stoma muss bei höhergradiger Inkontinenz in Erwägung gezogen werden.

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Anorektale Inkontinenz

  • Andreas Ommer

摘要

Eine Stuhlkontinenz resultiert aus einer Vielzahl von Faktoren: u. a. Schließmuskelkraft und ‐integrität, anorektale Sensorik und Compliance, Stuhlfrequenz und ‐konsistenz. Die Diagnostik stützt sich in erster Linie auf die Anamnese. Die Endosonografie dient der Beurteilung des Ausmaßes einer Sphinkterläsion. Die Behandlung der Stuhlinkontinenz ist primär konservativ und hängt von der subjektiven Belastung des/der Betroffenen ab. Die wichtigste Rolle spielt die Stuhlgangsregulation. Zur Kräftigung des Schließmuskelapparates kann eine gezielte Physiotherapie und/oder eine Elektrotherapie/Biofeedback‐Behandlung eingesetzt werden. Operative Maßnahmen sollten erst nach erfolgloser konservativer Therapie erwogen werden. Eine direkte Naht von Schließmuskeldefekten vor allem ventral kann als primäre Therapie besonders bei jüngeren Patienten in Erwägung gezogen werden. Schließmuskelersatzverfahren konnten sich aufgrund ihrer hohen Komplikationsrate nicht durchsetzen. Die Sakralnervenmodulation als wenig invasives Verfahren stellt heute die Therapie der Wahl bei der schweren Stuhlinkontinenz dar. Aufgrund der hohen Kosten ist jedoch eine strenge Indikationsstellung zu fordern. Auch ein endständiges Stoma muss bei höhergradiger Inkontinenz in Erwägung gezogen werden.