Bei der Analfissur handelt es sich um einen longitudinalen Defekt im Bereich des hochsensiblen Anoderms. Die Spontanheilungsrate akuter Analfissuren ist hoch. Bei chronischen Analfissuren ist auch eine Spontanheilung möglich, die Heilungsrate ist aber – abhängig von häufig bestehenden Sekundärveränderungen – deutlich geringer. Primäres Behandlungsziel ist, eine Verbesserung der subjektiv als äußerst unangenehm empfundenen Beschwerdesymptomatik zu erreichen. Sekundäres Ziel ist die Abheilung der Fissur. Die erste Behandlungsoption ist in der Regel konservativ. Sollte nach mehrwöchiger konservativer und medikamentöser Therapie keine Besserung eintreten, kann ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Aufgrund der nicht zu unterschätzenden Möglichkeit einer postoperativen Stuhlinkontinenz ist die Indikation zur Operation zurückhaltend zu stellen. Die bevorzugte Operationsmethode in Deutschland ist die Fissurektomie nach Gabriel. Die Analfissur ist definiert als longitudinaler, ulkusartiger Defekt im Bereich des hochsensiblen Anoderms. Sie gehört zu den häufigsten proktologischen Erkrankungen. Die Fissur beginnt am anokutanen Übergang und kann sich nach oral bis zur Linea dentata ausdehnen. Typische Analfissuren finden sich meist bei 6h SSL (Wienert et al. 2012), seltener bei 12h. Die Lebensqualität betroffener Patienten kann aufgrund von Schmerzen deutlich eingeschränkt sein (Marti et al. 2020).

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Analfissur

  • Sabine Kersting,
  • Eugen Berg

摘要

Bei der Analfissur handelt es sich um einen longitudinalen Defekt im Bereich des hochsensiblen Anoderms. Die Spontanheilungsrate akuter Analfissuren ist hoch. Bei chronischen Analfissuren ist auch eine Spontanheilung möglich, die Heilungsrate ist aber – abhängig von häufig bestehenden Sekundärveränderungen – deutlich geringer. Primäres Behandlungsziel ist, eine Verbesserung der subjektiv als äußerst unangenehm empfundenen Beschwerdesymptomatik zu erreichen. Sekundäres Ziel ist die Abheilung der Fissur. Die erste Behandlungsoption ist in der Regel konservativ. Sollte nach mehrwöchiger konservativer und medikamentöser Therapie keine Besserung eintreten, kann ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Aufgrund der nicht zu unterschätzenden Möglichkeit einer postoperativen Stuhlinkontinenz ist die Indikation zur Operation zurückhaltend zu stellen. Die bevorzugte Operationsmethode in Deutschland ist die Fissurektomie nach Gabriel. Die Analfissur ist definiert als longitudinaler, ulkusartiger Defekt im Bereich des hochsensiblen Anoderms. Sie gehört zu den häufigsten proktologischen Erkrankungen. Die Fissur beginnt am anokutanen Übergang und kann sich nach oral bis zur Linea dentata ausdehnen. Typische Analfissuren finden sich meist bei 6h SSL (Wienert et al. 2012), seltener bei 12h. Die Lebensqualität betroffener Patienten kann aufgrund von Schmerzen deutlich eingeschränkt sein (Marti et al. 2020).