Rückschläge und Hoffnungsschimmer: Die Verteilung von Sorgearbeit zwischen Müttern und Vätern im Krisenmodus
摘要
In der Corona-Pandemie ist ein Teil der Sorgearbeit wieder in die Familie zurückverlagert worden. In der Öffentlichkeit wurde dabei die Frage kontrovers diskutiert, ob dies mit mehr Care-Arbeit für Mütter einhergeht oder ob sich Väter – dem generellen gleichstellungspolitischen Trend folgend – nun verstärkt an der Kinderbetreuung beteiligen. In diesem Beitrag werden aktuelle empirische Studienergebnisse zu den beiden Entwicklungsvarianten vorgestellt. Dabei werden Rückschläge (in Richtung Retraditionalisierung) ebenso benannt wie Hoffnungsschimmer (in Richtung Egalisierung) aufgezeigt. Es zeigt sich, dass Mütter auch in der Corona-Krise den größeren Teil der Sorgearbeit übernommen haben, dass sich Väter aber in der Phase des Lockdowns stärker an der Kinderbetreuung beteiligt haben als vorher – vor allem, wenn sie im Homeoffice oder in Kurzarbeit waren. Aus der Post-Pandemie-Perspektive erweist sich die stärkere Partizipation der Väter allerdings eher als krisenbedingtes vorübergehendes Phänomen denn als nachhaltige Transformation.