Das Mikrobiom und die Lunge: Zusammenhänge und Auswirkungen auf die Lungengesundheit
摘要
Das Mikrobiom der Lunge ist im Vergleich zum Darmmikrobiom durch eine geringere Biodiversität und eine deutlich weniger dichte Besiedlung charakterisiert, aber dennoch von Bedeutung für die Erhaltung gesunder Atemwege. Die vorherrschenden Mikroorganismen in den Atemwegen sind Bakterien wie Streptokokken, Staphylokokken, Haemophilus und Veillonella, außerdem finden sich Viren aus der Familie der Paramyxoviren und Coronaviren, Pilze der Gattung Candida und Aspergillus (Segal et al. 2016). Auch das Mikrobiom der Atemwege ist ähnlich dem intestinalen Mikrobiom in unterschiedlichen anatomischen Abschnitten differenziert ausgeprägt. Im Oropharynx findet sich eine sehr dichte Besiedlung mit Mikroorganismen, die graduell von der Trachea abwärts in Richtung der tiefen Atemwege abnimmt. Die Zusammensetzung des Mikrobioms in Bronchien, Bronchiolen und Alveolen ist aufgrund der eingeschränkten Untersuchungstechniken deutlich schwieriger zu untersuchen. Untersuchungsmaterial für Mikrobiomanalysen, welche aus den Atemwegen gewonnen werden, sind beschränkt auf das Sekret, das aus den zentralen Atemwegen stammt, oder auf die bronchioalveoläre Lavage (BAL). Bei der BAL wird eine definierte Menge isotoner Spüllösung (100–120 ml) aus einem zentralen Atemweg in die Peripherie der Lunge gespült und wieder abgesaugt. Diese Technik dient dazu, Material (Zellen) aus dem Alveolarraum zu gewinnen, schließt jedoch die Bronchiolen und Bronchien mit ein, wodurch eine genaue Zuordnung des Mikrobioms zum alveolären Kompartiment nicht möglich ist. Die gezielteste Probenentnahme ist mittels geschützter Bürstenbiopsien möglich, wobei auch hierbei Kontaminationen nicht vermieden werden können (Gronseth et al. 2017).