Bilder verehrter Tiere – mit blutiger Vorgeschichte: Jagd als künstlerische Praktik im 19. Jahrhundert
摘要
Gegenstand dieses Aufsatzes ist ein Ausschnitt aus der gemeinsamen Kulturgeschichte von Jagd und Tiermalerei. Anhand von Edwin Landseer (1802–1873), Rosa Bonheur (1822–1899) und Carl Rungius (1869–1959) werden die Umstände untersucht, unter denen der Tod von Tieren Voraussetzung ihrer lebensnahen Wiedergabe war und Kunstschaffende das Jagdgewehr als ihr Arbeitsinstrument verstanden. Deutlich werden dadurch einerseits die tierethisch fragwürdigen Produktionsbedingungen der regelmäßig um Respekt, Nähe und Empathie bemühten Wildtiermalerei des 19. Jahrhunderts. Andererseits veranschaulicht die Analyse der drei Fallbeispiele, dass die Relevanz des Praktikenbegriffs für die kunstgeschichtliche Tierforschung darin liegt, Tier-Mensch-Beziehungen auch jenseits der Ikonographie, Gestaltung und Materialität von Kunstwerken in den Blick zu nehmen.