Der Beitrag beleuchtet die Bedeutung von gutem Leben und menschlicher Zeitlichkeit im Kontext der Verteilung von Ressourcen im Gesundheitswesen. Zunächst werden Kontroversen um das Verhältnis von (Verteilungs-)Gerechtigkeit und gutem Leben in der philosophischen und medizinethischen Fachdiskussion umrissen. Auf dieser Grundlage werden ethisch relevante zeitliche Aspekte der Allokationsthematik entfaltet, in denen Zeit als Rahmenbedingung, als Gegenstand und als Kriterium der Ressourcenverteilung in Erscheinung tritt. Dabei werden Fragen der Triage, der Einteilung der Zeit der Behandelnden sowie der Altersrationierung medizinischer Leistungen berührt. Abschließend verweist der Beitrag auf die Bedeutung von Vorstellungen von der Zeitstruktur guten Lebens sowie auf damit verbundene anthropologische und moralische Annahmen über altersspezifische Bedürfnisse beziehungsweise Fähigkeiten oder altersgemäße Tugenden, Verantwortlichkeiten und Lebensperspektiven für die Verteilungsdiskussion. Darüber hinaus werden auch kollektive Dimensionen der Beziehungen und Verantwortlichkeiten zwischen heute lebenden und zukünftigen Generationen sowie damit verbundene Fragen intergenerationeller Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen angesprochen.

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Ressourcenallokation, gutes Leben und Zeitlichkeit

  • Mark Schweda

摘要

Der Beitrag beleuchtet die Bedeutung von gutem Leben und menschlicher Zeitlichkeit im Kontext der Verteilung von Ressourcen im Gesundheitswesen. Zunächst werden Kontroversen um das Verhältnis von (Verteilungs-)Gerechtigkeit und gutem Leben in der philosophischen und medizinethischen Fachdiskussion umrissen. Auf dieser Grundlage werden ethisch relevante zeitliche Aspekte der Allokationsthematik entfaltet, in denen Zeit als Rahmenbedingung, als Gegenstand und als Kriterium der Ressourcenverteilung in Erscheinung tritt. Dabei werden Fragen der Triage, der Einteilung der Zeit der Behandelnden sowie der Altersrationierung medizinischer Leistungen berührt. Abschließend verweist der Beitrag auf die Bedeutung von Vorstellungen von der Zeitstruktur guten Lebens sowie auf damit verbundene anthropologische und moralische Annahmen über altersspezifische Bedürfnisse beziehungsweise Fähigkeiten oder altersgemäße Tugenden, Verantwortlichkeiten und Lebensperspektiven für die Verteilungsdiskussion. Darüber hinaus werden auch kollektive Dimensionen der Beziehungen und Verantwortlichkeiten zwischen heute lebenden und zukünftigen Generationen sowie damit verbundene Fragen intergenerationeller Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen angesprochen.