Die Entwicklung und Etablierung der Transplantationsmedizin seit den 1960er-Jahren ermöglichte, mit dieser Therapieoption Leben zu verlängern und Lebensqualität zu verbessern. Demgegenüber stehen ethische Fragen und ein Mangel an Spenderorganen, da knappe Ressourcen (Organe) zu Verteilungsfragen führen. EineWarteliste soll den Mangel verwalten und basiert auf Kriterien wie Erfolgsaussicht und Dringlichkeit. Die Lebendorganspende soll in Deutschland auch dem Mangel an postmortalen Organen entgegen wirken. Sie ist nur zwischen nahestehenden Personen erlaubt und bringt sowohl medizinische als auch emotionale Herausforderungen mit sich. Bei der Lebendspende stehen Fragen der Freiwilligkeit, der Beziehung zwischen Spender*in und Empfänger*in und den langfristigen Auswirkungen auf beiden Seiten im Vordergrund. Zeitlichkeit und Lebensqualität spielen eine zentrale Rolle bei der Organtransplantation, sowohl in Bezug auf die Wartezeit als auch auf die Zeit nach der Transplantation. Während die Transplantation das Leben verlängern kann, bleibt fraglich, ob dies auch immer mit einer Verbesserung der Lebensqualität einhergeht. Zeit strukturiert alle Phasen der Organtransplantation und somit auch ethische, medizinische und emotionale Herausforderungen, die damit einhergehen.

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Zeit und gutes Leben im Hinblick auf Organspende und Transplantationsmedizin

  • Sabine Wöhlke

摘要

Die Entwicklung und Etablierung der Transplantationsmedizin seit den 1960er-Jahren ermöglichte, mit dieser Therapieoption Leben zu verlängern und Lebensqualität zu verbessern. Demgegenüber stehen ethische Fragen und ein Mangel an Spenderorganen, da knappe Ressourcen (Organe) zu Verteilungsfragen führen. EineWarteliste soll den Mangel verwalten und basiert auf Kriterien wie Erfolgsaussicht und Dringlichkeit. Die Lebendorganspende soll in Deutschland auch dem Mangel an postmortalen Organen entgegen wirken. Sie ist nur zwischen nahestehenden Personen erlaubt und bringt sowohl medizinische als auch emotionale Herausforderungen mit sich. Bei der Lebendspende stehen Fragen der Freiwilligkeit, der Beziehung zwischen Spender*in und Empfänger*in und den langfristigen Auswirkungen auf beiden Seiten im Vordergrund. Zeitlichkeit und Lebensqualität spielen eine zentrale Rolle bei der Organtransplantation, sowohl in Bezug auf die Wartezeit als auch auf die Zeit nach der Transplantation. Während die Transplantation das Leben verlängern kann, bleibt fraglich, ob dies auch immer mit einer Verbesserung der Lebensqualität einhergeht. Zeit strukturiert alle Phasen der Organtransplantation und somit auch ethische, medizinische und emotionale Herausforderungen, die damit einhergehen.