Wohlergehen
摘要
Wohlergehen beschreibt das, was gut für eine Person ist – nicht in einem moralischen Sinne, sondern mit Blick auf ihre individuellen Lebensumstände und Eigenschaften. Doch welche Aspekte umfasst Wohlergehen? Was unterscheidet es von verwandten Begriffen wie ‚Wohlbefinden‘ oder ‚gutem Leben‘? Kann Wohlergehen auch aus der Außenperspektive beurteilt werden oder nur vom Wohlergehenssubjekt selbst? Antworten auf diese Fragen finden sich in der philosophischen Wohlergehensdebatte, aus der im Laufe der Zeit zahlreiche Theorien hervorgegangen sind. Sie alle benennen relevante Aspekte unseres Wohlergehens, doch keine vermag für sich genommen zu überzeugen. Das gilt auch für den medizinischen Kontext, in dem es um die Definition des Patientenwohls und daraus folgende ärztliche Wohltunspflichten geht. Eine objektive, gesundheitsbezogene Wohlergehensperspektive scheint sinnvoll, um dem ärztlichen Auftrag gerecht zu werden, dabei darf die subjektive Wahrnehmung von Patient*innen jedoch nicht vernachlässigt werden. Der Handbuchbeitrag gibt einen Überblick über die philosophische Wohlergehensdebatte, zeigt die Vorteile eines hybriden Wohlergehensverständnisses im Kontext der Patientenversorgung auf und spezifiziert das Verhältnis von Wohlergehen und Gesundheit. Anhand des Beispiels der Kindheit gibt er ferner einen Ausblick auf die Bedeutung menschlicher Zeitlichkeit für Wohlergehen sowie die Spezifikation von Wohltunspflichten.