Warten und Geduld sind zwei thematisch eng verbundene Themenbereiche, da unsere Geduld insbesondere beim Warten stark gefordert ist. Beide weisen eine enge Beziehung zur Zeitlichkeit unseres Daseins auf. Beim Warten handelt es sich um eine Tätigkeit, die durch eine von außen aufgezwungene Untätigkeit gekennzeichnet und intentional auf ein in der Zukunft liegendes Ziel ausgerichtet ist. Geduld bezeichnet demgegenüber eine (Charakter-)Eigenschaft, die als vorbildlich und als eine Tugend angesehen wird. Geduld äußert sich in der Fähigkeit, zeitliche Verzögerungen bei der Erreichung von Zielen ohne Frustration zu erdulden. Im Gesundheitswesen spielt das Warten aus ethischer Sicht vornehmlich im Kontext der distributiven Gerechtigkeit und des Zugangs zu Versorgungsleistungen eine wichtige Rolle. Geduld wird hingegen als Bestandteil einer vertrauensvollen Beziehung der Gesundheitsberufe zu den Patient*innen diskutiert sowie als vorbildliche Haltung im Umgang mit der eigenen Krankheitserfahrung.

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Warten und Geduld aus ethischer Sicht im Kontext des Gesundheitswesens

  • Nadia Primc

摘要

Warten und Geduld sind zwei thematisch eng verbundene Themenbereiche, da unsere Geduld insbesondere beim Warten stark gefordert ist. Beide weisen eine enge Beziehung zur Zeitlichkeit unseres Daseins auf. Beim Warten handelt es sich um eine Tätigkeit, die durch eine von außen aufgezwungene Untätigkeit gekennzeichnet und intentional auf ein in der Zukunft liegendes Ziel ausgerichtet ist. Geduld bezeichnet demgegenüber eine (Charakter-)Eigenschaft, die als vorbildlich und als eine Tugend angesehen wird. Geduld äußert sich in der Fähigkeit, zeitliche Verzögerungen bei der Erreichung von Zielen ohne Frustration zu erdulden. Im Gesundheitswesen spielt das Warten aus ethischer Sicht vornehmlich im Kontext der distributiven Gerechtigkeit und des Zugangs zu Versorgungsleistungen eine wichtige Rolle. Geduld wird hingegen als Bestandteil einer vertrauensvollen Beziehung der Gesundheitsberufe zu den Patient*innen diskutiert sowie als vorbildliche Haltung im Umgang mit der eigenen Krankheitserfahrung.