Normalität und Gleichheit im selbstbestimmten Leben mit chronischen Erkrankungen
摘要
Aufgrund einer diagnostizierten chronischen Erkrankung mit andauernden Beeinträchtigungen des alltäglichen Lebens kann es für die Betroffenen zu einer als defizitär stigmatisierten Selbst- und Fremdwahrnehmung kommen verbunden mit Erfahrungen der Diskriminierung. Nur allzu nachvollziehbar erscheint da der Wunsch, einen gesundheitlichen Normalzustand (wieder)herstellen zu wollen. Mit Jürgen Link gesprochen kann die unkritische Orientierung am Normalen jedoch mit engen Normalitätsgrenzen (Protonormalismus) und zu Anpassungsdruck, gesellschaftlichen Zwängen und weiterer sozialer Ausgrenzung führen, die das Selbstbild und die soziale Identität der Betroffenen beeinträchtigt. Daher ist mit Bezug auf Michel Foucault und Pierre Bourdieu das bei Erving Goffman untersuchte Phänomen der Stigmatisierung machtkritisch zu analysieren, um gesundheitliche Chancengleichheit und ein selbstbestimmtes Leben im Sinne eines flexiblen Normalismus entwickeln zu können.