Entzündlich-rheumatische Erkrankungen an Hand und Unterarm
摘要
Die entzündlichen Systemerkrankungen des rheumatischen Formenkreises umfassen bis zu 450 Diagnosen. Die auslösenden immunologischen pathophysiologischen Prozesse führen zu einer Minderung der körpereigenen Abwehrmechanismen und bedingen die heutigen therapeutischen Prinzipien einer spezifischen medikamentösen Therapie: traditionelle DMARDs (z. B. Methotrexat), Biologika (z. B. TNF-α-Blocker und Interleukinantagonisten), B-Zell-Depletoren, T-Zell-Costimulationsblocker, Small Molecules u. a. Kenntnisse im Umgang mit der antientzündlichen systemischen Medikation sind für das perioperative Management unumgänglich. Die höchste Bedeutung für das muskuloskeletale System haben die rheumatoide Arthritis (RA), die Psoriasisarthritis (PsA) und die Spondyloarthritis (SpA). Die aus den biochemischen Destruktionsprozessen resultierenden, charakteristischen lokalen Deformitäten an der Hand verlaufen stadienhaft und müssen für eine suffiziente Behandlung bekannt sein. Im Verlauf kommt es bei ca. 80 % der Patienten zum Befall der Hand- und Fingergelenke. Diagnostisch und in der konservativen und operativen Therapie bestehen bedeutende Differenzen zu degenerativen Erkrankungen. Operative Eingriffe zur Korrektur von Fehlstellungen, zum Funktionserhalt und zur Schmerzreduktion sind auch heute sehr häufig angezeigt, sie erfolgen stadiengerecht: Bei frühen Veränderungen sind Weichteileingriffe, später endoprothetische Versorgungen oder Arthrodesen indiziert. Potenzielle postoperative Komplikationen sind bezüglich des Einflusses von und auf die Grunderkrankung und die Medikation zu werten. Alle therapeutischen Ansätze reflektieren den Einfluss auf den gesamten Körper und auf die lokalen Entwicklungen an der Hand. Die Aufgabe wird sinnvollerweise in interdisziplinären Teams mit vielen eingespielten Partnern festgelegt.