Motorische Ersatzoperationen an Unterarm und Hand
摘要
Nervenverletzungen der oberen Extremität hinterlassen trotz mikrochirurgischer Rekonstruktionstechniken oft schwere Funktionsbeeinträchtigungen, vor allem bei proximalen, verspätet oder im höheren Lebensalter versorgten Läsionen. Motorische Ersatzoperationen können verlorene Funktionen wiederherstellen und die Einsatzmöglichkeiten der Hand wesentlich verbessern. An der oberen Extremität sind für alle Stammnerven bewährte Ersatzoperationen bekannt, deren Erfolgsaussichten vom Lähmungsmuster, den lokalen Unfallschäden (z. B. an Weichteilen und Gelenken) sowie den Eigenschaften des Spendermuskels abhängt. Bei N.-radialis-Lähmung ist der Verlust der Handgelenk-, Finger- und Daumenextension zuverlässig rekonstruierbar. Eine Opponensplastik kann die Funktion des Daumens nach einer distalen Lähmung des N. medianus wiederherstellen. Die 3 häufigsten durch Sehnentransfers korrigierbaren Defizite nach Ulnarislähmung sind die Krallenhand und dadurch verminderter Kraftgriff und schwacher Kneifgriff. Obwohl leider nur selten angewandt, bieten motorische Ersatzoperationen auch bei mehr als 70 % der Patienten mit zervikaler Rückenmarkläsion (Tetraplegie) die Möglichkeit zur Wiederherstellung von Grundfunktionen wie der Handgelenkstreckung oder einer einfachen Greifform zwischen Daumen und Zeigefinger und damit eine verbesserte Gebrauchsfähigkeit der Hand, mehr Eigenständigkeit und Mobilität. Ähnliches gilt für spastische Lähmungen an Unterarm und Hand infolge einer Dysfunktion des oberen Motoneurons (z. B. infolge Zerebralparese, Schlaganfall oder Schädelhirntrauma), bei denen Fehlstellungen korrigiert und Funktionen gestärkt oder rekonstruiert werden können. Das folgende Kapitel gibt einen Überblick über in der Praxis bewährte Techniken motorischer Ersatzoperationen an Unterarm und Hand und soll damit eine Hilfestellung bei der Indikationsstellung und Durchführung dieser Operationen bieten.