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Nature of Bioscience

  • Arne Dittmer,
  • Christina Ehras

摘要

In diesem Beitrag wird die auf der Berliner Tagung „Biologiedidaktische Nature of Science-Forschung: Zukunftsweisende Praxis“ diskutierte Leitfrage Gibt es biologiespezifische Merkmale von Nature of Science, die in den Konzeptualisierungen besondere Berücksichtigung erfahren sollen? adressiert. Anhand von zwei Thesen wird für einen biologiespezifischen NOS-Ansatz argumentiert, der hier unter dem Titel Nature of Bioscience eingeführt wird. Beide Thesen nehmen Bezug auf die ethische Dimension der Biologie. These 1 hebt hervor, dass biologische Phänomene einen hohen Grad an Komplexität aufweisen, woraus auch ein hohes Maß an Diversität und Individualität resultiert. Damit einhergehend enthalten biologische Erklärungen oft Anteile an Nichtwissen und unsicherem Wissen. Ethische oder politische Entscheidungssituationen werden dadurch beeinflusst bzw. erschwert, sodass der Umgang mit Komplexität, Individualität und Wissenslücken in einem wissenschaftspropädeutisch bildenden Biologieunterricht Berücksichtigung finden sollte. These 2 bezieht sich auf den Einfluss biologischer Konzepte und Erklärungen auf das Selbst- und Weltverhältnis von Forschenden, Lehrenden und Lernenden, da biologische Erklärungen grundlegend ein Verständnis und die Bewertung von Lebewesen, Lebensprozessen, Naturräumen sowie des Menschen selbst beeinflussen. Biologische Forschung und Theorieentwicklung sind daher häufig auch mit ethischen Fragen und Wertzuschreibungen verknüpft. Die hier dargelegte Nature of Bioscience-Perspektive begründet einen aufmerksameren Umgang mit der Komplexität und Individualität biologischer Phänomene, Nichtwissen, unsicherem Wissen und ethischen Fragestellungen beim Lehren und Lernen biologischer Inhalte sowie auch in der Biologielehrkräftebildung.