Sekundäre Pflanzenstoffe
摘要
Als „Initialzündung“ für das weltweite wissenschaftliche Interesse an sekundären Pflanzen(inhalts)stoffen gelten die epidemiologischen Forschungsarbeiten des französischen Teams um Serge Renaud, Michel de Lorgeril und Patricia Salen aus dem Jahr 1991. Sie konnten erstmals zeigen, dass „trotz einer vergleichsweise hohen Zufuhr an tierischem Fett (Butter, Käse, Schweinefleisch mit hohem Anteil an gesättigten Fettsäuren) in Frankreich deutlich weniger Menschen an koronaren Herzerkrankungen versterben als in den USA“. Dieses Ergebnis war unerwartet und widersprach der gängigen Lehrmeinung, dass der Konsum von gesättigten Nahrungsfetten entscheidend für die Entstehung von Gefäßablagerungen (Plaques) ist und letztlich Koronarverschlüsse auslöst. Die neuen epidemiologischen Erkenntnisse fanden schnell als French Paradox Eingang in die Geschichtsbücher der Wissenschaft. Nach kurzer Zeit wurde (zur Freude vieler!) der wahrscheinliche „Auslöser“ für diesen günstigen Effekt gefunden: phenolische Inhaltsstoffe von Rotwein! Diese von den roten Trauben im Sekundärstoffwechsel gebildeten und teilweise während der alkoholischen Gärung strukturell veränderten komplexen Moleküle weisen, wie wir heute wissen, eine Vielzahl an Eigenschaften auf, die nicht nur den Pflanzen, sondern auch den Menschen zur Abwehr von „prooxidativen Angriffen“ dienen können und somit die Gefäße vor atherosklerotischen Veränderungen schützen.