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Stadtgärten – Ihre Nutzer und Ideengeber

  • Jürgen Breuste

摘要

Am Anfang stand der Nutzgarten der Bauern und Klöster. Landbesitzender europäischer Adel konnte schon früh großzügige Gärten nur zum Zweck von Erholung und Unterhaltung einrichten, mit denen auch seine Stadtresidenzen ausgestattet wurden. Diese privaten Stadtgärten waren zuerst als französische Gärten und ab dem 18. Jahrhundert mit der aus England kommenden Idee der Landschaftsgärten Spiegelbild der gesellschaftlichen Vorstellungen. Den Stadtbürgern wurden erst ab Ende des 18. Jahrhunderts öffentliche Gärten eingerichtet. Der Volksgarten für alle ist nur etwa 200 Jahre alt. Seitdem bestimmen öffentliche und halböffentliche Gärten heute die städtische Grünstruktur und das Bild der Städte weltweit. Die städtischen Mittelschichten übernahmen das Erholungs- und Schönheitskonzept der Eliten in ihre viel kleineren Hausgärten, immer auch den praktischen Aspekt der Nutzgärten nicht außer Acht lassend. Arbeiter konnten sich erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kleine Gärten als individuelle Paradiese auf Kleingartenparzellen in Vereinen ermöglichen. In den Vorstädten des 20. Jahrhunderts und in den rasch wachsenden Wohnsiedlungen wurden der Vorgarten und das „Abstandsgrün“ zum neuen Repräsentations- und Schaugarten. Exotische private Stadtgärten des Südens, des Orients und des Fernen Ostens waren dort bereits Sehnsuchtsorte. Ihre Traditionen reichen weiter als die der europäischen Gärten des „Nordens“ zurück. Sie sind Ideengeber für Paradiese auf Zeit in idealisierten Stadtgärten.