Wie sich die Speiseröhre in der Sprache wiederfindet (wenn man „alles hinunterschlucken muss“)
摘要
Die Speiseröhre weist eine Besonderheit in ihrem Aufbau auf. Sie besteht aus willkürlicher und unwillkürlicher Muskulatur. Dadurch kann sie nur teilweise durch den Willen gesteuert werden. Ein Bissen kann willkürlich geschluckt werden, gelangt er jedoch in tiefere Abschnitte der Speiseröhre, unterliegt er nicht mehr der willkürlichen Steuerung. So kann es passieren, dass einem „der Bissen im Hals stecken bleibt“, ohne dass man etwas dagegen tun kann. Bei Angst und Schrecken kann es vorkommen, dass die Speiseröhre ihre Funktion einstellt. Diese sogenannten Ösophagospasmen können bei Stress auch spontan ohne Nahrungsaufnahme auftreten. Der Grund dafür liegt darin, dass der Körper in Notfallsituationen die Verdauung abschaltet, um flucht- oder kampfbereit zu sein. Wenn „einem etwas im Hals stecken bleibt“, kann das mit starken Schmerzen verbunden sein. Oft können Menschen diese Schmerzen nicht von Herzschmerzen unterscheiden. Die Betroffenen glauben dann, einen Herzinfarkt zu haben. Diese Unterscheidungsschwierigkeiten von Schmerzen, die durch Sodbrennen, Ösophagospasmen oder von Herzen ausgehen, lässt sich am besten nachvollziehen, wenn man den englischen Ausdruck „heart burn“ heranzieht. Dieser Ausdruck umfasst all diese Schmerzformen ohne nähere Unterscheidung auf ihren Ursprung.