Redewendungen, die die Ernährung betreffen („man ist, was man isst“)
摘要
Essen hat vor allem die Funktion, uns mit Energie und lebensnotwendigen Stoffen zu versorgen. Darüber hat das Essen aber auch soziale Funktionen. Wir nehmen meistens Mahlzeiten gemeinsam mit anderen Menschen ein. Damit das möglich ist, werden gemeinsame Essenszeiten festgelegt. Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Jausen sind solche festgelegten Zeiten. In der Schweiz wird sogar die exakte Uhrzeit für die „Brotzeiten“ festgelegt. Um neun Uhr setzt man sich zum „Znüni“ und um 16 Uhr zum „Zvieri“ zusammen, um gemeinsam seine Jause zu sich zu nehmen. Neben den festgelegten Zeiten gibt es auch festgelegte Rituale. Man wünscht sich einen „guten Appetit“ oder sagt „Mahlzeit“ oder verknüpft es mit einem guten Wunsch, indem man sagt, „lasst euch das Essen gut schmecken“. Gläubige Menschen verbinden die Nahrungsaufnahme mit einem „Tischgebet“. Die Summe aller Maßnahmen, die bei der Nahrungsaufnahme gesetzt werden, bezeichnet man als „Esskultur“, oder man spricht von „Tischsitten“. Die Bedeutsamkeit der Nahrungsaufnahme findet sich in der Redewendung „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Essen und Trinken gut für den Körper und die Seele sind. Wie sehr wir an den Einfluss von Nahrung auf die Gesundheit glauben, kann man allein daran sehen, dass im Fernsehen regelmäßig Sendungen über gesunde Ernährung zu sehen sind. Die Beschäftigung mit gesunder Ernährung nimmt bei immer mehr Menschen schon krankhafte Ausmaße an. Eine zwanghafte Beschäftigung mit gesunder Nahrung bezeichnet der Mediziner als „Orthorexie“. Es ist die am häufigsten vorkommende Essstörung. Kommt dann noch die Sucht nach sportlicher Betätigung dazu, spricht man von „Anorexia athletica“. Wird Fasten und Körpergewicht lebensbestimmend, spricht man von „Anorexia nervosa“: Oft hört man den Ausdruck „jemand ist ein Hungerkünstler“.