Der Nelsonkreis und die Naturwissenschaften
摘要
Leonard Nelson (1882–1927) war bestrebt, die Philosophie als exakte Wissenschaft zu konzipieren, andererseits sollte die Philosophie auch eine Philosophie der exakten Wissenschaften sein. Ausgangspunkt war Kants Konzept der „reinen Naturlehre“. Geleitet von der Auffassung einer „Metaphysik der inneren Natur“ wurden Aspekte der Philosophie Immanuel Kants (1724–1804) und Jakob Friedrich Fries’ (1773–1843) von Otto Meyerhof (1884–1951) und Arthur Kronfeld (1886–1941) für die moderne Psychologie und Psychiatrie fruchtbar gemacht. Die enge Verbindung von Kants „Metaphysik der Natur“ mit der Newtonschen Mechanik verhinderte jedoch innerhalb des Nelsonkreises einen konstruktiven Dialog über die Relativitätstheorie. Erst nach Nelsons Tod (1927) gelang eine umfassende transzendentalphilosophische Deutung der modernen Physik (Relativitätstheorie und Quantenmechanik). Wegweisend waren die Arbeiten von Grete Hermann (1901–1984), die zu den ersten Interpreten der Quantenmechanik gehört.