Epilog
摘要
Fermat hatte in seinen letzten Lebensjahren die Sorge, dass seine ungeordneten mathematischen Notizen („sein Zettelkasten“) nicht auf seine Gesammelte Werke führen würde (Oeuvres 1891 ff.)Euler hingegen hatte seine „Überproduktion“ an Abhandlungen, die er nicht in Zeitschriften unterbringen konnte archiviert und druckfertig gemacht. Offensichtlich beförderte das aber die Herausgabe seiner Gesammelten Werke (Opera omnia, 1911–2020) auch nicht. Welche Gründe bewirkten, dass der Druck weder in Basel noch in Berlin oder St. Petersburg zunächst keinen Erfolg hatte? Die Editionsgeschichte ist kompliziert und von vielen Motiven durchzogen. Auch die an der Petersburger Akademie einflussreiche Familie Fuss (Vater und Sohn) unterstützt vom Berliner Jacobi erzielten lediglich Teillösungen; selbst Gauß war zeitweilig in die Recherchen einbezogen.Ein Grund war, dass die Aktivitäten der mathematischen Gemeinschaft noch nicht so dominant wie heute waren, sodass in Verlagen und Buchläden noch Bestände von vielen Werken Eulers vorhanden waren. Zudem gab es auch Gelehrte, von denen nur Planck erwähnt sei, die wissenschaftshistorisch wenig interessiert und gegen eine Edition eingestellt waren und daher die projektierten Kosten für zu hoch hielten, obwohl der Umfang der Werkausgabe bis zu dem Eneström-Verzeichnis (1911) unterschätzt wurde. Diese Sachverhalte geben interessante Einblicke in den Umgang mit erworbenem Wissen in jener Zeit.