„Pourquoi non?“ Vermittlung von Rechtskenntnissen an Rezipientinnen in den Causes célèbres
摘要
Der vorliegende Beitrag zeigt zum einen, wie sich mit Gayot de Pitaval ein selbstbewusster Autor gegen professionelle Literaturkritiker (Claude-Pierre Goujet, Pierre-François Guyot Desfontaines) zur Wehr setzt und dabei das Ideal eines Kunstrichters entwirft. Zum anderen und vor allem ist er der Frage gewidmet, inwieweit die Pitavalgeschichten (Sieur d’Anglade) zu Präzedenzfällen werden, die praktische Relevanz gerade auch für das von Gayot adressierte weibliche Publikum gewinnen. Die deutschsprachige Rezeption (Johann August Bach) versteht die Schulung eines kritischen Beurteilungsvermögens in Rechtsfragen dabei als Angriff auf den männlich definierten Bildungskanon für Frauen (Georg Friedrich Meier). Gayots Erzählen unterminiert aus dieser Perspektive eine männliche Domäne des Machterhalts und des Erwerbs.