„Wer ist schuld?“ – Herausgeber, Zensoren und Leser als richtende Instanz am Beispiel der DDR-Anthologie Die deutsche Kriminalerzählung von Schiller bis zur Gegenwart (1967–69)
摘要
Im Rahmen des Beitrags wird exemplarisch anhand der Anthologie Die deutsche Kriminalerzählung von Schiller bis zur Gegenwart (1967–69) gezeigt, welche Urteilssprüche Kriminalliteratur, Anthologien und Texte, die unter den Voraussetzungen der DDR-Zensur entstehen, provozierten. Dabei werden neben den literarischen Texten vor allem Paratexte und Zensurgutachten als Quelle genutzt, um Aushandlungsprozesse in der Beurteilung von Texten und ihrer Wirkung nachzuvollziehen. Die untersuchte Anthologie bildet eine avancierte Zusammenstellung von Kriminalerzählungen, die auch Texte der jüngeren Vergangenheit und eigenen Gegenwart einbeziehen sollte. Begleitet wird sie durch ein anspruchsvolles Vorwort, das Auskunft über die intendierte Leserschaft und den Impetus hinter der Zusammenstellung der Texte bietet.